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Was ändert Ihre Scheidung an der Erbrechtssituation für die Spanienfinca ?
- „Restrisiken“ sind Anlass für rechtliche Überprüfung -

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strichel_hori

Ihre Scheidung verändert die erbrechtliche Situation nicht unerheblich.
Denn dem geschiedenen Ehegatten steht weder ein gesetzliches Erbrecht noch ein Pflichtteilsanspruch zu.

Beseitigt damit die Scheidung zuverlässig jede durch die Heirat geknüpfte erbrechtliche Bande? Diese Fragestellung wird nachfolgend der Klärung zugeführt.

Hier heisst es „aufgepasst“, spanisch „ojo“. Es bleibt ein erbrechtliches Restrisiko.

Haben Sie vielleicht Ihren vormaligen Ehegatten nicht auch testamentarisch bedacht ? Bleibt er dann doch Ihr erbrechtlicher Nachfolger?

Grundsätzlich verlieren auch Ehegattentestamente mit wechselseitiger Erbeinsetzung, ebenso wie die einer testamentarischen Erbeinsetzung des Ehegatten, ihre Rechtswirksamkeit mit der Scheidung. Gleichwohl ist jedes Testament dahingehend auslegungsfähig ob im konkreten Fall nicht doch eine fortdauernde Gültigkeit über die Scheidung hinaus gewollt war.

Also: Anlässlich einer Scheidung sollte überprüft werden, ob die Erbeinsetzung des vormaligen Ehegatten tatsächlich jede Rechtswirksamkeit verliert.

Zudem kann der geschiedene Ehegatte über gemeinsame Kinder wieder formal oder praktisch zum Erben Ihrer Immobilie in Spanien werden.

Formell dann wenn das von Ihnen bedachte Kind nach Ihnen aber vor Ihrem geschiedenen Ehegatten verstirbt.

Praktisch dann wenn der geschiedene Ehegatte Ihr gemeinsam minderjährig erbendes Kind vermögensrechtlich betreut oder schlicht massgeblichen Einfluss auf Ihr, auch volljähriges, Kind nimmt.

Die passende rechtsgestalterische Lösung kann hier über Ersatzerbeneinsetzung oder per Auflagen gefunden werden.

Schliesslich kann die geschiedene Ehe auch noch Unterhaltsansprüche des Exehepartners gegen Ihre Erben zur Folge haben.

So haftet Ihr Nachlass und damit Ihr Erbe für lebzeitig fällige und rückständige Unterhaltsansprüche des jetzt geschiedenen Ehepartners.

Aber auch jeder nacheheliche Unterhaltsanspruch des überlebenden Ex-Ehepartners ist von dessen Erben zur befriedigen, allerdings begrenzt in der Höhe auf den Pflichtteilsanspruch welcher im Falle des Fortbestandes der Ehe diesem Ehepartner zugestanden hätte.

Das Fazit aus dieser Rechtsanalyse zur nicht ganz einfachen Erbrechtssituation nach Scheidung lautet:

Vor oder jedenfalls kurz nach der Scheidung sollte die Erbrechtslage genau auf den Prüfstand gestellt werden um sicherzustellen, dass die tatsächliche Rechtslage auch der jetzt gewünschten wirklich entspricht.

Sollten Sie dann zum Ergebnis kommen weiterhin den Ex-Ehegatten als Ihren Erben einsetzen zu wollen, heisst es oft diesen neu ausdrücklich testamentarisch in dieser Funktion zu bestätigen. Allerdings wird dann oft die Erbschaftssteuersituation zum Problem, weil Freibeträge wegfallen und die Steuerklasse sich sowohl in Deutschland wie auch Spanien verschlechtert.

In diesem Fall ist also eine erbrechtliche Neukonzeption angezeigt.

 
strichel_hori

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