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Die deutsche Erbrechtsreform 2008
Enterben wird leichter, Pflegeleistungen werden berücksichtigt und Pflichtteilsansprüche sind weitgehend zu stunden.
Achtung: Kürzere Verjährung
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strichel_hori

Die vom deutschen Bundeskabinett am 30. Januar 2008 beschlossene Erbrechtsreform betrifft auch das Spanienvermögen. Dies immer dann, wenn der Vererber deutscher Nationalität ist.

Was nun beinhaltet diese aktuelle Erbrechtsreform konkret, welche von der deutschen Justizministerin mit gesellschaftlichen Entwicklungen und Veränderungen der Wertvorstellungen begründet wird.
 

1.

Das Enterben Pflichtteilsberechtigter Personen, also u.a. von Kindern und Ehegatten, wird erleichtert.

Wer rechtskräftig zu einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr verurteilt wurde, kann künftig enterbt werden.

 

2.

Die erbrechtliche Berücksichtigung erbrachter Pflegeleistungen

Diese Regelung gilt für gesetzliche erben. Deren erbrachte Pflegeleistungen werden künftig in jedem Fall erbrechtlich berücksichtigt, auch ohne diesbezügliche testamentarische Verfügung.

Das ist ein Akt der Gerechtigkeit. Die Höhe orientiert sich an den Leistungssätzen der Pflegeversicherung. Für die Rechtspraxis bedeutet dies, erbrachte Pflegeleistungen sollten auch einfach nachweisbar sein.

 

3.

Erweiterte Stundung von Pflichtteilsansprüchen

Hier wird auf nachhaltige Probleme in der Praxis reagiert. Wer in der Vergangenheit eine Immobilie ohne ergänzende Geldmittel erbte,  war häufig zunächst mit einem Finanzproblem belastet: Woher die liquiden Geldmittel nehmen, um sofort fällige Erbschaftssteuern und Pflichtteilsansprüche zu befriedigen? Die Folge: Finanzchaos durch Erbschaft.

 

4.

Thema Verjährung von erbrechtlichen Ansprüchen

Hier heisst es aufgepasst: In der Rechtspraxis, namentlich bei deutschspanischen Rechtsangelegenheiten ist es keine Seltenheit, dass Erbrechtsansprüche erst nach Verstreichen vieler Jahre geltend gemacht werden.

Der typische Fall: Bei vorversterben eines Elternteils bleibt man zunächst mit Rücksicht auf den anderen Elternteil untätig. Dies Abwarten kann künftig zu erheblichen Nachteilen führen.

Denn die generelle Verjährungsfrist von 30 Jahren bei erbrechtlichen Ansprüchen wird nunmehr auf nur 3 Jahre reduziert.

Bei Erbrechtsansprüchen gilt es daher künftig zwei grundlegende Zeitschienen zur Reaktion: 6 Wochen für die Ausschlagung und 3 Jahre für die Geltendmachung erbrechtlicher Ansprüche.
 

strichel_hori

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