» Erbrecht
» Immobilienrecht

» Informationen für besondere Personen-
gruppen
» Spanien- und Mallorcainfos
» Medienbeiträge

» Unser Rechtsservice
» Unternehmerservice
» Sprachservice
» Literaturtips
» Newsletter

» Kooperationsnetz
» Interaktive Website
» Weiterempfehlen dieser Webseite


Spanier werden, ein Vorgang mit erbrechtlichem Risikopotential:
Spanier können ihre Kinder kaum enterben

 zurück

strichel_hori

Mit der Staatsangehörigkeitswahl kann man also zielgerichtet Pflichtteilsansprüche verändern.

Dies gilt in besonderem Masse für den Staatsangehörigkeitswechsel des Vererbers zwischen der spanischen und der deutschen Staatsangehörigkeit.

Nimmt beispielsweise ein Elternteil die spanische Staatsangehörigkeit an, erweitert er in erheblichem Umfang den dem Kind zwingend nach ihm zustehenden Erbteil.

So beträgt die, - auch per Testament nicht verringerbare -, Erbquote für Kinder nach beim spanischen Vererber nach dem dann geltenden spanischen Erbrecht zwei Drittel des Geamtnachlasses, Art. 807 Ziffer 1 Codigo Civil.

Wer also ursprünglich als deutscher Staatsangehöriger nach langjähriger Verlagerung seines Lebensmittelpunktes nach Spanien sein Vermögen für sich und seinen Ehegatten oder Lebensgefährten vorbehalten und seine Kinder erbrechtlich nicht bedenken möchte, erlebt beim Staatsangehörigkeitswechsel eine unangenehme Überraschung. Gerade durch diesen Staatsangehörigkeitswechsel hat er dann seine Testierfreiheit erheblich eingeschränkt.

Damit aber nicht genug. Auch die alternativen wechselbezüglichen Verfügungen per gemeinsamen Ehegattentestament oder die Möglichkeit des Abschlusses eines notariellen Erbvertrages scheiden dann aus.

Zudem werden die Kinder als Zwangserben Mitglieder jeder Erbengemeinschaft und können nach Art. 1050 Absatz 1 Código Civil jederzeit deren Auseinandersetzung verlangen.

Wer als Spanier seinen Kindern möglichst wenig vererben möchte, könnte über die Annahme der deutschen Staatsangehörigkeit nachdenken.

Nun könnte man als Deutscher mit langjährigem Wohnsitz in Spanien, naheliegend, auf den Gedanken kommen, die bisherigen Erbrechte seines, - etwa getrennt lebenden Ehegatten -, durch den Wechsel in die spanische Staatsangehörigkeit zu minimieren.

Eine voll umfassende Enterbung des Ehegatten ist allerdings auch nach deutschem Erbrecht möglich, wenn man den Scheidungsantrag einreicht und dem Noch-Ehepartner zustellen lässt.

So bedarf es dann nicht der in der Rechtspraxis oft anzutreffenden Bestrebungen, das eigene Vermögen frühzeitig auf Dritte zu übertragen, oder die tatsächlichen Vermögensverhältnisse durch gesellschaftsrechtliche Konstruktionen oder Auslandskosten zu verschleiern.

Während die Erbrechtssituation von der Wahl des Steuerwohnsitzes bei deutschen Staatsangehörigen nach geltendem Recht kaum beeinflusst wird, ist die erbschaftssteuerliche Situation in wesentlich grösserem Umfang von der Wahl des Wohnsitzes oder Steuerwohnsitzes der Beteiligten abhängig, wenngleich in Spanien belegenes Immobilienvermögen dem spanischen Erbschaftssteuerfiskus nur schwerlich entzogen werden kann.

Zentrale Bedeutung sowohl in steuerlicher wie auch in erbrechtlicher Hinsicht haben Heirat oder Adoption.

Generell gilt: Vor jedem Immobilienerwerb in Spanien sollten auch die rechtlichen und steuerlichen Konsequenzen dieser Investition mitbedacht werden.

Es ist keineswegs nur die Errichtung eines Testamentes, durch welches die erbrechtliche Rechtsnachfolge zentral beeinflusst wird. Auch die Wahl der Staatsangehörigkeit spielt eine zentrale Rolle.




Günter Menth
Rechtsanwalt & Abogado inscrito
Manacor – Mallorca / Spanien
Tel.: 0034 - 971 - 55 93 77
Fax: 0034 - 971 - 55 93 68
e-mail: info@erbrechtskanzlei-spanien.de
Internet: www.erbrechtskanzlei-spanien.de

strichel_hori

  © webDsign.net