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Erbverträge und gemeinschaftliche Ehegattentestamente
sind für Spanienvermögen ungeeignet.
Fazit: Rechtsnachfolge auf dem Prüfstand

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strichel_hori

Möglicherweise sind diese Testierformen zur Absicherung der gewünschten Rechtsnachfolge aus deutschrechtlicher Sicht optimale Lösungen. Gehört allerdings eine Spanienimmobilie zum Nachlass, sind diese Varianten letztwilliger Verfügungen regelmässig keine brauchbare Gestaltungsform. Sie müssen auf den Prüfstand und meist zumindest um ein spanisches notarielles Vermächtnistestament ergänzt werden, warum?

Beide Testamentsformen sind dem gesamtspanischen Rechtssystem fremd. Dies hat auch seine Logik. Denn das spanische Erbrecht kennt bei Familien mit Kindern keine vergleichbar umfängliche Testierfreiheit: Kinder erben immer. Eine Enterbung per Testament ist ausgeschlossen. Die erbrechtlichen Gestaltungsmöglichkeiten für Ehegatten sind in Spanien begrenzt.

Sie können nun, - mit Recht -, einwenden, das spanische Erbrecht käme bei einem deutschen Vererber überhaupt nicht zur Anwendung. Richtig, zumindest noch nicht. Allerdings auch heute lässt sich ohne Berücksichtigung des spanischen Immobilienrechtes, des spanischen Grundbuchrechtes sowie des Steuerrechtes eine sachgerechte erbrechtliche Immobiliennachfolge nicht konzipieren. Hier greifen also mehrere nationale Rechte ineinander, gleichsam wie ein Räderwerk.

Um die gesamte Rechtsnachfolge in Spanienvermögen gut aufeinander abzustimmen und gleichwohl die für Deutschland bereits optimierte Generationennachfolge nicht über den Haufen werfen zu müssen muss die aktuelle Regelung auf den Prüfstand.

Mitunter genügt eine  ergänzende Vermächtnisregelung per spanischem notariellem Testament, manchmal bedarf es zusätzlich einer Abänderung bereits erstellter deutscher notarieller Erbverträge oder gemeinschaftlicher Ehegattentestamente.

Diese allerdings haben die Besonderheit, dass sie nicht jederzeit mehr und, - im Falle des Erbvertrages -, nicht ohne Zustimmung aller Beteiligten abänderbar sind. Deshalb heisst die Handlungsmaxime: Bei Spanieneigentum sollten keinesfalls Erbverträge abgeschlossen werden ohne vorab die Thematik der Rechtsnachfolge in das Spanienvermögen mitüberprüft zu haben.

Bei dieser Gelegenheit gilt es dann immer gestalterisch zugleich auch die tendenziell hohe spanische Erbschaftssteuer optimal zu reduzieren.

Aus alledem erwächst die Erkenntnis: Ein aus Sicht des deutschen Rechtes und Steuerrechtes bis ins Detail sachgerecht konzipierte testamentarische Rechtsnachfolge kann bei hinzukommenden Vermögensgegenständen in Spanien schnell untauglich werden. Und dies aus verschiedenen Gründen. Einige davon seien hier nochmals zusammengefasst: Fehlende Berücksichtigung des spanischen Erbschaftssteuerrechtes, eingeschränkte Abänderbarkeit der deutschen letztwilligen Verfügung und häufig sind die Bestimmungen des deutschen Erbvertrages in Spanien kaum in eine vernünftige Nachlassabwicklung überzuführen.



Günter Menth
Rechtsanwalt & Abogado inscrito
Manacor - Mallorca
Tel.: 0034 - 971 - 55 93 77
Fax: 0034 - 971 - 55 93 68
e-mail: info@erbrechtskanzlei-spanien.de
Internet: www.erbrechtskanzlei-spanien.de

strichel_hori

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