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Privatschriftliches Ehegattentestament bei Spanienvermögen
- eine taugliche Rechtsform ?
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strichel_hori
Es ist einfach zu erstellen und einfach abzuändern. Ein Ehegatte muss das Ehegattentestament vollumfänglich handschriftlich schreiben, der andere kann sich auf das Unterschreiben beschränken.

Und, mit dem privatschriftlichen Ehegattentestament kann auch über Spanienvermögen, generell über das gesamte Weltvermögen, verfügt werden.

Sollten Ehegatten also immer diese Testierform wählen?

Generell dann, wenn sie gemeinsam einvernehmlich verfügen möchten über ihr Vermögen, sicherlich eine häufige und legitime Situation.

Was gilt es zu beachten?

Ist keine wechselseitige Bindung an das Ehegattentestament gewünscht, so sollte dies im Ehegattentestament ausdrücklich erwähnt werden.

Natürlich bleibt entscheidend, dass Sie inhaltlich in ihrem Sinne richtig verfügen und diese Inhalte auch zur Rechtswirksamkeit und praktischen Umsetzung führen.

Bei Spanienvermögen kann es sinnvoll sein, in getrennten notariellen spanischen Testamenten letztwillig zu verfügen. Dies vereinfacht die Abwicklung und vermeidet bei der Erbnachfolge den Weg über Deutschland, insbesondere das deutsche Nachlassgericht.

Zurückhaltung ist bei der gegenseitigen Einsetzung als Alleinerbe und Einsetzung einer dritten Person als Schlusserbe, insbesondere bei Spanienvermögen, angezeigt, warum?

Grund für diese Warnung ist die spanische Erbschaftssteuer. Betreffend das Spanienvermögen ist der Freibetrag für Ehegatten auf ca. 15.000 € begrenzt. Der Restbetrag wird, progressiv ansteigend, mit 7 – 34 % besteuert, wohlgemerkt bei Ehegatten.

Im übrigen reicht der spanische Erbschaftssteuerspitzensatz bis 81,6 %. Und, Grundlage der Erbschaftsbesteuerung in Spanien ist Marktwert der Immobilie! Allerdings wird in der Rechtspraxis ein geringfügiger Mindestwertansatz noch toleriert, je nach Einzelfall unterschiedlich.

So dürfte im Ergebnis in Spanien in der Rechtspraxis ein ähnlicher Besteuerungsausgangswert anzusetzen sein, wie beim in Deutschland zur Anwendung kommenden sogenannten gesetzlich vorgesehenen Ertragswertverfahrens, wenngleich die Wege des Zustandekommens höchst unterschiedlich sind. Bleibt die Problematik mit den weitgehend fehlenden Erbschaftssteuerfreibeträgen in Spanien.

strichel_hori

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