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Mit Darlehensverbindlichkeiten die spanische Erbschaftssteuer verringern
- nur bei guter Rechtskenntnis sind Fallstricke zu umgehen
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strichel_hori
Geringe Freibeträge und hohe Steuersätze bei der spanischen Erbschaftssteuer. dies ist eine Situation, welche Anlass gibt, über die Möglichkeiten der legalen Steuerminimierung intensiv nachzudenken.

Eine Variante geht nun dahin, das immer der spanischen Erbschaftssteuer Unterfallende in Spanien belegene Vermögen zu verringern.

Eine Möglichkeit ist hier die Darlehnsaufnahme durch den künftigen Vererber.

Hypothekendarlehnsaufnahme bei einer spanischen Bank als unproblematischer Fall
Dieses Vorgehen führt zur sicheren Abzugsfähigkeit des valutierten Darlehensbetrages, hat allerdings einen gravierenden Nachteil. Neben den Kosten für die Hypothekenbestellung bis hin zur Grundbucheintragung in der Grössenordnung von 3 % der Darlehenssumme sind an die Bank auch Zinsen zu bezahlen.

Achtung: Darlehen der Erben sind nicht abzugsfähig
Um einen Rechtsgestaltungsmissbrauch zu vermeiden, sieht das spanische Erbschaftssteuergesetz in dessen Art 13 vor, dass Darlehen von Erben oder Vermächtnisnehmern einschliesslich deren gradlinigen Verwandten, Ehegatten und Geschwistern den Ausgangssteuerwert des Spanienvermögens nicht zu reduzieren vermögen.

Vererbt also der Vater an die Tochter seine Spanienimmobilie zu deren Errichtung ihm die Tochter bereits ein Darlehen von 100.000 € gegeben hat, welches der Vater im Versterbenszeitpunkt noch nicht zurückgezahlt hatte, so sind diese 100.000 € nicht vom Immobilienmarktwert als Besteuerungsgrundlage abziehbar und können gut und gerne zu einer zusätzlichen Steuerlast von 25.000 € führen.

Ein ungerechtes Ergebnis, ist man geneigt zu sagen.

Der Darlehnsgeber darf also mit dem Erben nicht nahe verwandt sein und nicht dessen Ehegatte sein
Allerdings ist auch durch eine Darlehensgabe durch einen nichtverwandten Dritten allein die Abzugsfähigkeit des Darlehns noch nicht gesichert.

In Spanien empfiehlt sich die Erstellung einer öffentlichen oder notariellen Darlehensurkunde, um die Darlehensanerkennung abzusichern.

Der Darlehensgläubiger sollte bei einem in Spanien nicht steueransässigen Erben seinerseits in Spanien steuerresident sein
Zwar gibt es im spanischen Schenkungs- und Erbschaftssteuergesetz (LDS) keine gesetzliche Regelung mit einer solchen ausdrücklichen Einschränkungsregelung für die Abzugsfähigkeit von Verbindlichkeiten des Vererbers.

Diese Schlussfolgerung dürfte allerdings aus Art. 7 LDS zu ziehen sein, derzufolge bei beschränkter Steuerpflicht in Spanien die Besteuerung auf Güter und Rechte begrenzt ist, welche nach ihrer Rechtsnatur und ihrer Belegenheit in Spanien geltend gemacht, ausgeübt und erfüllt werden müssen.

Demzufolge können vom beschränkt steuerpflichtigen Erwerber grundsätzlich nur diejenigen Verbindlichkeiten des Vererbers abgezogen werden, welche entweder gegenüber einem in Spanien ansässigen Gläubiger bestehen oder aus anderen Gründen dort zu begleichen sind.

strichel_hori

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