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Erbfallabwicklung: Bei unternehmerischen aktivitäten in Spanien wird es kompliziert

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strichel_hori

Die Bewältigung von Erbabwicklungen ist, - abgesehen von der emotionalen Seite -, auch in Deutschland bei Privatpersonen oft nicht einfach

Komplizierter wird es, wenn sich Teile des Vermögens im Ausland befinden und erst recht dann, wenn der Verstorbene kurz zuvor noch mit umfangreichen aktuellen Aktivitäten mitten im Geschäftsleben in Spanien gestanden hat. In unserer beruflichen Praxis gibt es da eine ganze Reihe von Beispielen. Oft war dann kaum oder gar keine Vorsorge getroffen. In einer ersten Phase geht es darum, einschlägige Unterlagen aufzufinden und zu sondieren und umgehend mit allen aktuellen Geschäftspartnern Kontakt aufzunehmen, um den Status quo zu sichern.

Die zweite Phase besteht dann darin, das Verfahren zur erbrechtlichen Legitimation einzuleiten und möglichst frühzeitig die Möglichkeit der formellen Rechtsnachfolge zu eröffnen.
Regelmässig ist hier eine Erbscheinbeantragung in Deutschland erforderlich.

Oft ist die überraschend mit allen Geschäften konfrontierte Ehefrau als Erbin des Unternehmers in der Anfangsphase naturgemäss überfordert.

In der dritten Phase ist der Anwalt sodann gefordert, gleichsam als zeitweiser Ersatzunternehmer, kurzfristig die geeigneten Massnahmen zum Vermögenserhalt sowie zur Ertragsrealisierung stellvertretend für die Erben zu ergreifen.

Zum einen drohen hier Vermögensnachteile bei nicht rechtzeitiger Regelung fristgebundener behördenbezogener Massnahmen, beispielsweise ist die Verlängerung einer Baugenehmigung zu beantragen oder es sind Steuerzahlungen zu tätigen.

Ein Standartrisiko in dieser Phase ist auch die sogenannte Übervorteilung der Erben durch frühere Geschäftspartner, welche versuchen die zunächst undurchsichtige Lage zu ihrem Vorteil zu nutzen.

Die frühere Unternehmerposition muss zeitnah und, - modern ausgedrückt – „taff“ übernommen werden.
Auch gilt es, die oft vorbereiteten Unternehmergewinne zur Realisierung zu bringen.

Unabhängig davon ist die, - bei deutscher Nationalität des Verstorbenen -, Erbrechtslage nach deutschem Recht abzuklären.

Zu vermeiden gilt es in dieser Phase Erbauseinandersetzungen von Miterben oder Erbprätendenten.

Komplex werden kann es bei Gemeinschaftskonten des Verstorbenen mit anderen Personen oder bei erteilten Vollmachten. Wann darf dann die weiterhin kontoberechtigte Person noch in welcher Höhe über das Kontengeld verfügen?

Anzumerken ist hierzu, dass über den Tod hinaus erteilte Vollmachten bei Anwendung in Spanien nach internationalem und spanischem Recht ihre Wirksamkeit mit dem Versterbenszeitpunkt verlieren.

Während man bei Privatvermögen geneigt ist, durch geeignete Massnahmen bis zur Abklärung der Sach- und Rechtslage die Vermögenswerte zunächst „einzufrieren“, ist bei Geschäftsvermögen die notwendige Dynamik zu erhalten und differenzierter zu reagieren.

strichel_hori

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