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Erbfall ist eingetreten - aber die Vermögenslage ist unklar  zurück
strichel_hori

Vornehmlich bei verzweigtem Auslandsvermögen, geschäftlichen Tätigkeiten und Geldanlagen des Vererbers ist es für Erben und Pflichtteilsberechtigte häufig nicht einfach, zeitnah einen Überblick über die tatsächliche Vermögenssituation des Erblassers und damit den Nachlass zu verschaffen.

In der Praxis wird der Empfehlung der Aufstellung einer Vermögensübersicht für den Rechtsnachfolger in vielen Fällen nicht nachgekommen, sei es nun ganz bewusst, oder durch schrittweises Hinausschieben.

Schnelles Handeln für den Rechtsnachfolger ist vor allem in drei Situationen angezeigt:


1.


Aktive Unternehmensmitwirkung des Verstorbenen:
Oft bedarf es hier umgehender unternehmerischer Entscheidungen zur Schadensvermeidung.
 

2.

Es bestanden Vollmachten zugunsten einer oder mehrerer Personen:
Hier ist oft ein unverzüglicher Vollmachtswiderruf angezeigt.
 

3.

Es gibt Hinweise auf mögliche Verschuldung des Nachlasses:
Hier droht bei Untätigkeit gar die Haftung des Erben mit seinem eigenen Vermögen. Dann könnte sich die vermeintlich positive Erbschaft leicht in ihr Gegenteil umkehren.
 

Oft allerdings geht es zunächst auch darum, überhaupt die gesamten Vermögenswerte des Erblassers aufzufinden.

Hat der Erblasser keine geordnete Vermögensaufstellung hinterlassen, gilt es zunächst selbst die aufgefundenen Papiere zu sortieren.

Haben Sie, wie häufig als Pflichtteilsberechtigter, keinen direkten Zugang, gilt es gegenüber dem Erben oder Erbschaftsbesitzer den diesbezüglichen Anspruchsausspruch geltend zu machen.

Oft wird dem Erben das detaillierte Studium aufgefundener Kontoauszüge vielfältige Hinweise, auch beispielsweise auf abgeschlossene Versicherungen, geben.

Auch Bausparverträge oder vergebene Darlehen mit schrittweiser Rückzahlung lassen sich hieraus erkennen.

Weiteren Aufschluss gibt die Nachlassakte. Immerhin ist derjenige, der einen Erbschein beantragt gehalten, nähere Angaben auch über ihm bekannte wesentliche Vermögenswerte des Vererbers zu machen.

Jedenfalls verlangt das Nachlassgericht zur eigenen Gebührenabrechnung für die Erbscheinerteilung entsprechende Angaben.

Auch über den Steuerberater sind regelmässig weitere Informationen zu aktuell oder früher vorhandenen Vermögenswerten zu erhalten. Dem Erben als Rechtsnachfolgers des Erblassers gegenüber ist dieser im übrigen in gleicher Weise zur Auskunft verpflichtet, wie vormals gegenüber seinem jetzt verstorbenen Mandanten. So gilt es auch die früheren Steuererklärungen fachkundig zu studieren.

Einsicht zu nehmen ist weiterhin in Grundbuch und Handelsregister.

Praktisch immer relevant ist die Thematik der Bankkonten.

Die Banken allerdings sind in der Regel nur bei entsprechendem Nachweis der Erbenstellung zu Auskunft verpflichtet. So wird regelmässig die Vorlage des Erbscheines verlangt.

Ist kein konkretes kontoführendes Kreditinstitut bekannt, stellt sich zudem die praktische Frage: Wo anfangen in unserer verzweigen Bankenlandschaft?

Hier erleichtert die zentrale Anfrage bei manchen Bankverbänden die Aufgabe. Auch die Befragung von Bekannten und Verwandten und das Wissen um Gewohnheiten des Erblassers können weiterhelfen.
 

strichel_hori

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