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Die Erbengemeinschaft mit Spanienvermögen:
Besondere Problemlagen - sachgerechte Lösungen
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strichel_hori

Jede Erbengemeinschaft als solche ist bereits ein Problem. Die „beste Erbengemeinschaft“ ist folglich diejenige, die überhaupt nicht entsteht.

Zusätzliche Probleme ergeben sich, wenn zum Nachlass der Erbengemeinschaft Vermögenswerte in Spanien gehören, etwa Bankkontengelder oder eine in Spanien gelegene Immobilie, sei es nun eine Finca auf dem Lande, ein Chalet oder eine Eigentumswohnung.

Besondere Lebenssituationen und die Einwirkung einer fremden Rechtsordnung komplizieren die Erbauseinandersetzung

Den Ehegatten oder Lebensgefährten gilt es zur lebzeitigen Alleinnutzung der Immobilie in Spanien vorausschauend besonders abzusichern, um eine „Anstiftung zum Streiten“ zu vermeiden und ein Streitpotential beim eigenen Überleben des Lebenspartners zu vermeiden. So besteht ein doppelter Handlungsbedarf beider Ehegatten/Lebenspartner zur optimierten Rechtsnachfolgegestaltung.

Die spanische Erbschaftsteuer, inklusive der Doppelbesteuerung in beiden Ländern, ist eine weitere Motivation, die eigene Inaktivität zu überwinden.

Vorschauende Vereinfachung heisst die sachgerechte Strategie

So empfiehlt es sich, die nach spanischem Recht erfolgende Abwicklung der Rechtsnachfolge in spanische Vermögenswerte vorausschauend zu vereinfachen; auch ein positiver Zeit- und Kostenfaktor.

In der Regel wird man also als Vererber bestrebt sein, entweder das Entstehen einer Erbengemeinschaft vorab zu vermeiden, oder zumindest testamentarisch klare Vermögenszuordnungen verfügen.

Das Gestaltungsinstrument „Vermächtnis“ ist dabei demjenigen der „Teilungsanordnung“ im Regelfall vorzuziehen.

Die gesonderte testamentarische Verfügung per notariellem Testament in und für Spanien erleichtert die Rechtsnachfolge in der Praxis.

Wenn die Erbengemeinschaft bereits entstanden ist, gilt es diese zeitnah aufzulösen

Jede Erbengemeinschaft hat nur das eine Ziel: sich selbst aufzulösen. Dies allerdings in sachgerechter Art und Weise und tendenziell in möglichst kurzem Zeitrahmen.

Denn, - das zeigt die Erfahrung -, der längere Fortbestand einer Erbengemeinschaft ist für alle Beteiligten eine Belastung. So kann beispielsweise weder eine Zuordnung der Spanienimmobilie an einen Miterben erfolgen, noch deren Verkauf an Dritte, wenn auch nur ein Miterbe hierzu seine Zustimmung verweigert. Denn für Verfügungen über einzelne Nachlassgegenstande schriebt das deutsche Erbrecht das Einstimmigkeitsprinzip vor.

Eine sachgerechte Vereinfachungsstrategie für Erbengemeinschaften mit Spanienvermögen umfasst folgende Prüfungs- und Entscheidungsschritte:
 

1.

Zeitnahe Prüfung, ob taktische Erbausschlagungen oder Erbverzichte erfolgen sollen.
 

2.

Bestandsaufnahme der Spanienwertgegenstände im Nachlass

Bei Immobilien kann man durch Parallelerrechnung des Kontrollwertes des spanischen Finanzamtes oder durch Inauftraggabe eines Sachverständigengutachtens Wertsicherheit schaffen.
 

3.

Auch ist die spezifische spanische Erbschaftsteuer zu berechnen.
 

2.

Klarheit verschaffen über den Rechtsnachfolgeweg in Spanienvermögen sowie die Potentiale zur Erbschaftsteuerminimierung.
 

3.

Entscheidung der Erbengemeinschaft über die Rechtsnachfolge letztlich möglichst nur eines Miterben in das Spanienvermögen und Ausgleich mit anderen Vermögenswerten oder Abfindung der anderen Miterben.

Im Einzelfall können allerdings steuerliche Überlegungen dazu führen, die formellen Miterbenstellungen zunächst aufrechtzuerhalten und dem tatsächlichen Rechtsnachfolger in das Vermögen in Spanien entsprechende inhalts- und formgerechte Vollmachten nach spanischem Recht zu erteilen.

Eine zentrale Überlegung im Rahmen der Vereinfachungsstrategie zur Auflösung der Erbengemeinschaft geht also dahin, dass einzelne Miterben ihre Erbschaft – mit oder ohne Abfindung – ausschlagen.

Diese Ausschlagung kann in Deutschland vor einem Notar erfolgen oder in Form einer Erbverzichtserklärung direkt vor einem spanischen Notar.

strichel_hori

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