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Spanienvermögen im Nachlass
Erbprozesse vor deutschen Gerichten
- Interview mit RA & Abogado inscrito Günter Menth -

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strichel_hori

 

F

Sie sind spezialisiert auf die optimierte Rechtsnachfolgegestaltung in Spanienvermögen: Zugleich ist Ihre Tätigkeit als Prozessanwalt gerade vor deutschen Gerichten gefragt, warum?
 

A

Der Grund hierfür ist im internationalen Recht zu finden. Nach § 27 ZPO bestimmt der letzte Wohnsitz des deutschen Vererbers in Deutschland den Gerichtsstand, also das zuständige Gericht. Und dieser Gerichtsstand ist auch dann in Deutschland, wenn der Vererber bereits vor mehreren Jahrzehnten ganz oder zeitanteilig überwiegend nach Spanien übergesiedelt ist.
 

F

Und welches nationale Recht findet dann vor dem deutschen Gericht Anwendung?
 

A

Das anwendbare Recht richtet sich in deutsch-spanischen Angelegenheiten nach der Nationalität des Erblassers.

Wer also nicht etwa nach zehn Jahren Aufenthalt in Spanien seine deutsche durch eine spanische Nationalität eingetauscht hat, belässt es bei der Einschlägigkeit des deutschen Erbrechtes. Das ist der Regelfall.
In Zukunft kann es Modifizierungen geben und der Wohnsitz im Versterbensfall das anwendbare Recht bestimmen.
 

F

Welche Vorteile bringt dem Mandanten die Beauftragung eines auf deutsch-spanische Erbrechtsangelegenheiten spezialisierten Rechtsanwaltes?
 

A

Das Spektrum der Vorteile ist vielfältig. entscheidend sind bereits die erweiterten vorprozessualen oder prozessbegleitenden Recherchemöglichkeiten vor Ort in Spanien.

In dieser Phase können die Möglichkeiten aussergerichtlicher Vergleiche ebenso fachkundig ausgelotet werden wie auch die Datenbasis für den Prozess in Deutschland massgeblich verbessert werden kann.
 

F

Was konkret lässt sich hier in Spanien recherchieren?
 

A

Der realistische Immobilienwert zum massgeblichen Zeitpunkt.
Hilfreich sind hier spanische Grundbuchauszüge, namentlich historische, Wertgutachten oder die Berechnung des sogenannten Finanzamtkontrollwertes.

Es können aber auch typische Vermögensverschleierungen aufgedeckt werden.
 

F

Welche Vorgänge kann man sich hierunter vorstellen?
 

A

Häufig sind frühere Eigentümerstellungen des Vererbers plötzlich ohne adäquate Gegenleistung  verschwunden. Durch Übertragung an eine scheinbar anonyme Gesellschaft oder Verkauf an den Lebensgefährten, ohne dass tatsächlich jemals ein Kaufpreis entrichtet wurde oder aber das Entgelt lag wesentlich unter dem Immobilienwert; in der juristischen Fachsprache liegt dann eine „gemischte Schenkung“ vor, mit rechtlichen Konsequenzen etwa für die Berechnung der Höhe des Pflichtteilsanspruches.
 

F

Welche Ansprüche sind denn typischerweise von Ihnen für Ihre Mandantschaft vor deutschen Gerichten geltend zu machen?
 

A

Zunächst geht es häufig um die Ausstellung eines deutschen Erbscheines oder dessen Verhinderung. Denn dieser ist meist Voraussetzung um die Rechtsnachfolge in eine Spanienimmobilie antreten zu können. Zuständig ist hier das deutsche Amtsgericht als Nachlassgericht.

Weitere Beispiele sind die Geltendmachung von Pflichtteilsansprüchen bei testamentarischem Ausschluss von der Erbfolge, namentlich von Ehegatten, Kindern und Enkelkindern.

Häufiger Prozessgegenstand sind auch Testamentsanfechtungen oder die Geltendmachung von Nacherbenansprüchen.

 

F

Wie gehen deutsche Gerichte mit dem Umstand um, dass sie bei spanienbezogenem Sachverhalt teilweise fremdes Terrain betreten müssen?
 

A

Dies ist recht unterschiedlich. Meist ist man froh über die Mitwirkung eines spanienerfahrenen Anwaltes, um so den Auslandssachverhalt leichter bewältigen zu können. Manche Richter beschränken sich aber auch zunächst auf das aus Deutschland geläufige Instrumentarium und paralysieren so machen Prozess.

 

F

Kommt Ihr Erfahrungsvorsprung betreffend die spanische Rechtspraxis auch Ihren Mandanten zu Gute?
 

A

Nun, die verbesserte Sachverhaltsaufklärung in Spanien hatte ich bereits angesprochen.
Möglichkeiten der Prozessbeschleunigung, die Nutzung von Gestaltungsspielräumen, und die erweiterte Beschaffung von Beweismitteln kommen ebenfalls der eigenen Mandantschaft zu Gute.
 

F

Wie werden Sie überhaupt von Pflichtteilsberechtigten oder Erben von Spanienvermögen als international spezialisierter Rechtsanwalt aufgefunden?
 

A

Das sind im wesentlichen zwei Wege. Das Internet und deutsche Anwaltskollegen, welche auf unsere Kanzlei verweisen.
Mitunter entstehen Kontakte auch über Testamentsvollstrecker oder Nachlassverwalter.
 

F

Arbeiten Sie auch mit den deutschen Anwaltskollegen in der Prozessvertretung zusammen?

 

A

Dies ist oft dann der Fall, wenn der Nachlass zugleich aus in Deutschland und in Spanien belegenem Vermögen besteht. Dann beschaffen wir dem vor Ort ansässigen Prozessanwalt zunächst die spanienspezifischen Informationen, etwa über Bankkontenbewegungen des Erblassers und kooperieren während des Gerichtsverfahrens.

Im Vorfeld von Vergleichsschlüssen sind hier auch oft Aspekte der spanischen Erbschaftssteuer zu berücksichtigen.
 

F

Haben Sie mit dem Kanzleistandort Mallorca einen Standortvorteil oder einen geographischen Standortnachteil bei der Übernahme anwaltlicher Erbprozessmandate in Deutschland?

 

A

Kurioserweise erweist sich dieser Standort auch für die Wahrnehmung deutscher Gerichtstermine als Vorteil.
Der Grund liegt darin, dass von Mallorca aus viele deutsche Landgerichtsstandorte binnen zwei Stunden direkt angeflogen werden.
 





Günter Menth
Rechtsanwalt & Abogado inscrito
Manacor - Mallorca
Tel.: 0034 - 971 - 55 93 77
Fax: 0034 - 971 - 55 93 68
e-mail: info@erbrechtskanzlei-spanien.de
Internet: www.erbrechtskanzlei-spanien.de

strichel_hori

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