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Telearbeit, der Trend auf Mallorca  zurück
strichel_hori
(veröffentlicht im Mallorca Anzeiger / El Aviso 01/2001)

Laut Berechnung des balearischen Geographieprofessors Pere Salvà sind von Mallorca aus bereits ca. 2.000 Deutsche per Telearbeit für deutsche Firmen tätig. Diese Tendenz deckt sich auch mit Erfahrungswerten unserer Kanzlei, in der ein Kollege unter dem Oberbegriff des Internetrechts mit der rechtlichen Verankerung und Absicherung dieser neuartigen Arbeitsform befasst ist, ohne natürlich hieraus eine repräsentative Statistik ableiten zu können.

Zum Begriff der Telearbeit

Im Zeitalter des Computers und des Internets wird man zunächst mit Recht fragen, wo man denn heute noch die Grenzlinie zur "Telearbeit" ziehen kann. Die Antwort: Ein Telearbeitsplatz ist ein von der Firma örtlich ausverlagerter Teilzeit- oder Vollzeitarbeitsplatz.

Rein praktisch liegt dieser auf Mallorca entweder in einem Stadthaus in Palma oder in einer entsprechend ausgestatteten Finca beispielsweise in der Tramuntana. Voraussetzung ist in der Regel eine Steckdose und der Anschluss an das Telefonnetz, möglichst mit ISDN- oder spanisch RDSI-Leitung. Dieses Netz ist allerdings auf Mallorca erst im Ausbau. So wurden unsere Büroräume in Manacor erst in 2000 als eine der ersten Einheiten der ganzen Stadt mit einer RDSI-Leitung ausgestattet.

Was motiviert zum Telearbeitsplatz Mallorca ?

Die Möglichkeit, auf diese Weise steuerlich nicht so leicht erfasst zu werden dürfte kaum im Vordergrund stehen.

Schon eher von Bedeutung ist die Tatsache, dass der Telearbeitsplatz ein stressfreieres Arbeiten ohne Betriebsumgebung und unter Vermeidung der Autofahrten zur eigenen Firma ermöglicht. Eine zentrale Rolle dürfte natürlich der hohe Freizeitwert Mallorca´s und schliesslich die guten Fluganbindungen spielen.

Einstiegsmodelle

Mehr und mehr in den Vordergrund rücken Einstiegsmodelle, bei denen der letzte Arbeitsplatz in Deutschland schlichtweg örtlich nach Mallorca verlagert wird und hier quasi als Halbtags- oder Teilzeitarbeit in dem technisch möglichen Rahmen weitergeführt wird. Diese zeitlich flexible Teilzeitarbeit lässt sich sodann örtlich relativ gut mit zeitlich fixierten Tätigkeiten auf Mallorca verbinden.

Rechtliches und steuerliches Neuland

Diese neue Arbeitsgestaltung ist mit den bisherigen rechtlich und steuerlichen Kategorien nicht immer leicht zu erfassen, zumal sich in diesen Fällen oft das deutsche und das spanische Recht überlagern. Praktisch relevant werden hier neben dem Internetrecht, das Steuerrecht, Fragen des Arbeitsrechtes, der Scheinselbständigkeit sowie des Wettbewerbs- und Lizenzrechtes.

Kommunikation bleibt lebenswichtig

Bereits ein Pilotprojekt in den 80-ger Jahren in der Gemeinde Retzstadt in Franken hat deutlich gemacht, dass in einem Telearbeitszentrum der fehlende direkte persönliche Kontakt zu den Arbeitskollegen auf andere Art und Weise ausgeglichen werden muss. Bei diesem Pilotprojekt suchte man dann Querverbindungen und Querkommunikation zwischen den Telearbeitern für die verschiedensten Firmen innerhalb eines Telearbeitsplatzgebäudes zu installieren. Übertragen auf Mallorca dürfte hier anderen Kommunikationsformen der Vorzug gegeben werden. Auf dem richtigen Weg könnte sich hier die Hornblower AG in Palma befinden, die neben dem eingerichteten Börsenstammtisch eine Art Internetstammtisch einrichten möchte. Hier ist auch die Balearenregierung gefordert, mit der Schaffung entsprechender Rahmenbedingungen und Infrastruktur die guten Rahmenbedingungen Mallorca´s in Zusammenarbeit der einheimischen mit der ausländischen Bevölkerung zum Tragen zu bringen.

Günter Menth
Rechtsanwalt / Abogado inscrito

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